Die Hauptaufgabe der Fachgruppe Ortung (FGr O) besteht im allgemeinen darin, verschüttete und eingeschlossene 

Personen zu lokalisieren und zu retten.
Weitere Tätigkeiten sind z.B. das Orten Leckagen in Ver- und Entsorgungsleitungen.

Beim THW unterscheidet man die FGr Ortung in zwei Typen.

  • Typ A: die Ortungsspezialisten arbeiten mit den aufwendig geschulten Rettungshunden (biologische Ortung)
  • Typ B: die Ortungsspezialisten verwenden verschiedene technische Verfahren und Geräte (technischer Ortung)

 

Im Einsatzfall setzt man oft auf eine Kombination der Rettungsspezialisten, den ausgebildeten und geprüften Rettungs-
hunden und dem technischem Ortungsgerät. 

Bei uns im Ortsverband Stralsund ist eine technische Ortungsgruppe (Typ B) ansässig. Diese arbeitet unter anderem mit dem 
akustischen Ortungsgerät LIFE DETECTOR der Fa. Wandel & Goltermann.
Im vereinfachten Sinne dargestellt, arbeitet dieses Gerät mit 2 verschiedenen Sensoren ( seismisch und akustisch ) nach folgendem Prinzip:

a) seismische Sensoren

Bis zu 6 Bodenschallaufnehmer (Geophone) werden im Abstand von ca. 10 m an der Einsatzstelle ausgelegt (wahlweise auch mittels Magneten oder Erdspießen befestigt). 
Diese Sensoren können extrem leise und für das menschliche Ohr nicht hörbare Stöhn, Klopf- oder Scharrgeräusche von Verschütteten aufnehmen und um ein Vielfaches verstärken. 
Die verstärkten Geräusche werden über zwei Kopfhörer ausgegeben. Die Ortungsspezialisten am Gerät haben nun die Aufgabe, jedes Geophon einzeln abzuhören und zu vergleichen, welches das stärkste Geräusch aufnimmt. In der Nähe des Geophons mit dem stärksten bzw. lautesten Geräusch ist der Verschüttete zu vermuten.
Ist nun das Geophon mit dem stärksten Signal ausgemacht, werden die anderen Geophone um dieses eine herum neu ausgelegt und erneut die verschiedenen Geräuschlautstärken verglichen. So kann die verschüttete Person noch genauer lokalisiert werden. Wenn durch umlegen der Geophone keine Veränderung des Geräusches mehr wahrgenommen werden kann, ist der Verschüttete an dieser Stelle lokalisiert.

b) akustische Sensoren

Über eine ebenfalls am Suchgerät anschließbare Wechselsprechsonde besteht die Möglichkeit, Kontakt zu dem bereits lokalisierten Verunglückten aufzunehmen. 
Während des Einsatzes haben die Ortungsspezialisten mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen. Ein Problem akustischer Ortungsverfahren besteht darin, dass Verschüttete sich durch Klopfen oder Scharren bemerkbar machen müssen. 
Sind sie dazu nicht in der Lage, z.B. aufgrund von Bewusstlosigkeit, ist eine erfolgreiche Ortung nach diesem Prinzip weitaus schwieriger. 
Ein anderes Problem liegt in der hohen Empfindlichkeit der Geophone, die nicht nur die gesuchten Signale des Opfers, sondern auch alle Störsignale wiedergeben. 
Dies sind z.B. nachrieselnder Sand, knackende Holzbalken und Motorengeräusche von, an der Einsatzstelle, betriebenen Notstromaggregaten und Fahrzeugen. 
Um diese Störsignale unterdrücken zu können, verfügen die Suchgeräte über verschiedene Störgeräuschfilter. Diese unterdrücken die Wiedergabe bestimmter Frequenzbereiche. 
Die Kunst der Ortungshelfer besteht darin, diese Filter richtig anzuwenden und Klopf-/Scharrgeräusche von Störsignalen zu unterscheiden.

 

Neben Diesem werden weitere technische Geräte für die Ortungsgruppe beschafft.

  


Die Ausbildung zum ehrenamtlichen Ortungsspezialisten ist eine Mischung aus Praxis und Theorie und enthält wesentliche Bestandteile der Bergung. 
So müssen z.B. das Interpretieren der Geräusche des akustischen Ortungsgerätes sowie das Orientieren mit Karte, Kompass und GPS geübt werden. 
Hierzu benötigen wir stets Trümmergelände oder Abrissgebäude, um die Flächensuche und das Retten von Personen aus schwer zugänglichen Lagen, 
z.B. aus Kanalisationssystemen, Kellern oder großen Höhen zu üben.